Stadtsanierung Ilmenau

Über Jahrzehnte hinweg waren die Ilmenauer Altstadt und der Gründerzeitgürtel stark vernachlässigt worden. Finanzieller Mangel verhinderte notwendige Instandhaltungsinvestitionen. Die Altstadt verfiel zunehmend. Jedoch blieb sie fast vollständig und ohne flächenhaften Abriss erhalten. 1992 wurde Ilmenau in das Städtebauförderungsprogramm des Freistaates Thüringen aufgenommen. Um in den historisch gewachsenen Stadtlagen mit geeigneten Instrumentarien auf eine geordnete Entwicklung hinwirken zu können, entschied sich die Stadt zur Ausweisung der Sanierungsgebiete „Historischer Stadtkern“, „Bahnhofsvorstadt“ und „Langewiesener Straße“.

Dank der Umverlegung der Bundesstraßen B4, 87 und 88 an die Stadtperipherie gelang sowohl die systematische Verkehrsberuhigung als auch die kontinuierliche behutsame Erneuerung der gesamten Innenstadt. Mit der Erschließung kleinerer Gewerbegebiete am Stadtrand konnten mittelständische Unternehmen, denen die Innenstadtlage keine Entwicklungspotentiale mehr bot, auf neue Flächen ausweichen. Die zurückbleibenden Flächen wurden durch Wohn- und dringend notwendigen Stellplatzanlagen nachgenutzt.

Innerhalb der letzten 20 Jahre gewannen die öffentlichen Freiräume der Universitäts- und Goethestadt im Thüringer Wald zunehmend an Attraktivität, schritt die allmähliche Sanierung historischen Bausubstanz voran, traten Wohngebäude an die Stelle innerstädtischer Industrie- und Gewerbebrachen.

Die veränderten strukturellen Bedingungen legten den Schwerpunkt der weiteren Sanierungstätigkeit nicht mehr ausschließlich auf die Beseitigung städtebaulicher Missstände sondern ebenso auf die Bewältigung eines tiefgreifenden Strukturwandels. Ilmenau - das sind heute die gewachsene Altstadt mit ihrer hohen Dichte an vielfältigsten Funktionen und Angeboten, die Technische Universität mit ihren technologieorientierten Nachfolge- und Forschungseinrichtungen und der Mittelstand. In ihnen liegen die entscheidenden Entwicklungspotentiale für die Zukunft. Die Verknüpfung von Stadt und Campus begann verstärkt mit dem 1. Stadtentwicklungskonzept 2002. Bereits damals zeigte sich, dass nur eine Verbindung dieser beiden Pole universitäres Leben, kulturellen Stadtgeist und Hochtechnologie zusammenbringen kann. Fast 10 Jahre Stadtumbau im Sanierungsgebiet „Langewiesener Straße“ ließen inzwischen viele Brachen weichen. Neben der Stärkung des studentischen Wohnens liegt der Schwerpunkt auf der Einordnung technologieorientierter Nachfolgeeinrichtungen und Institute der Universität.

Spezifikationen

  • Bauherr: Stadt Ilmenau
  • Baukosten: ohne Angabe
  • Leistungsphasen: Sanierungsberatung
  • Planungsbeginn: 1993
  • Fertigstellung: offen

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