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Neu- und Umgestaltung Fischmarkt Erfurt

Der Fischmarkt ist Teil des historisch gewachsenen mittelalterlichen Stadtgefüges der Landeshauptstadt Erfurt. Als Teil der städtischen Hauptachse zwischen Bahnhof und Domplatz zählt er zu den historisch wertvollsten Räumen der Stadt und ist zugleich das administrative und touristische Zentrum. Über die Hauptachse Bahnhof – Anger – Domplatz und ein Netz von Quergassen ist der Platz flächig in das Erschließungssystem der Innenstadt eingebunden. Auf dem Fischmarkt befindet sich die Stadtbahn- Haltestelle Fischmarkt / Rathaus, die von drei Linien angefahren wird. Der Platz gehört heute zur Erfurter Fußgängerzone.

Die Neugestaltung des Fischmarktes zielte auf eine Inszenierung der vorhandenen historischen Werte, unter Wahrung der funktionalen Ansprüche aus den vorhandenen Nutzungen. Gleich einer Kulisse formen die Fassaden einen Raum, in dem das Rathaus eine besondere Stellung einnimmt. Das Rathaus schiebt sich mit seinem Portikus auf den Platz. Eine an die historische Gestaltung der Kolonnaden angelehnte Stufenanlage hebt den Eingangsbereich aus dem Platz neu heraus und unterstreicht die Besonderheit des Bauwerkes wie auch seine besondere administrative Stellung. Ihm gegenüber korrespondiert der Römer von seinem bisherigen Standort aus. Die sich aus dieser Konstellation herausbildende Achse bis zur Kunsthalle wurde von jeglichen Einbauten freigehalten. Das den Römer umgebende Podest wurde höhenmäßig egalisiert. Optisch durch andersfarbige Materialien und Formate aus der Fläche herausgelöst, kehrt der Römer in die Platzfläche zurück. Poller markieren die Grenze zu angrenzenden Nutzungen.

Neben den zahlreichen Außenbewirtschaftungen bedurfte es auch zusätzlicher Verweil- und Sitzangebote auf dem Platz. Dies wurde mit neuen  Sitzgelegenheiten und der Nutzung der Sitzstufen am Römer entsprochen. Während der südliche zur Schlösserstraße orientierte Bereich die Haltestelle aufnimmt, gestaltet sich die nach Norden anschließende Hauptfläche als ein großer ruhiger, umrahmter Platz. Bewusst wurde für das Flächenmaterial des Platzes ein dunklerer Farbton als für die Randbereiche gewählt. Die in sich kleinteilig strukturierte große dunklere Fläche wirkt optisch verbindend. Zugleich trägt die feingliedrige Oberflächenstruktur dazu bei, die Wirkung der technischen Einbauten (u.a. Gleisanlage, Haltstellenabsenkung) etwas zu kaschieren.

Aufgrund der kulturhistorisch hohen Bedeutung des Fischmarktes, der besonderen Platzstruktur und seiner einzigartigen Bebauung, wurde für diesen Stadtraum ein eigenständiges Beleuchtungskonzept erarbeitet. Es wurde ein 3-stufiges Beleuchtungssystem auf dem Platz aufgebaut.

Projekdaten
BauherrLandeshauptstadt Erfurt
Baukostenca. 2.31 Mio Euro
Leistungsphasen
Fertigstellung2013
OrtErfurt
AnmerkungenSonderpreis Deutscher Städtebaupreis 2014